Diesel-Abgasskandal und kein Ende

14.05.2019 10:11

Seit 2015 reien die schlechten Nachrichten fr deutsche Dieselfahrer nicht ab. Immer noch wartet der Gebeutelte auf Gerechtigkeit. Er fhrt ein Fahrzeug, das keiner mehr will. In Grostdten wird mit dem Finger auf ihn gezeigt, wie frher bei Ausstzigen. Und die Autobauer machen munter weiter, als sei bereits Gras ber die Sache gewachsen. Aber der Reihe nach.

Diesel-Abgasskandal die Fakten

Begonnen hat alles mit VW, aber betrogen haben irgendwie alle. Bei Millionen Dieselfahrzeugen wurden die Abgastests manipuliert. Ein Betrug sondergleichen. Da freute sich jeder, der einen Verbrenner mit sauberer Abgasanlage hatte (Diese Teile gehren zur Abgasanlage im Auto). Gegen Ex-VW-Chef Winterkorn und den Chef der VW-Tochter Audi, Rupert Stadler ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Betrugs. Und auch eine andere VW-Tochter steht im Visier der Staatsanwlte: Porsche. Fr den Nobelkarosserie-Hersteller hatte der Dieselskandal ble Folgen. ber 28.000 Cayenne-Gelndewagen musste Porsche zurckrufen. Auch Mercedes blieb nicht verschont, fast 800.000 Diesel mssen zurck ins Werk. Zudem hatte auch der schwbische Autobauer Besuch von der Staatsanwaltschaft. Bei den bayerischen Nachbarn sieht es nicht besser aus. BMW wird ebenfalls verdchtigt, eine manipulierte Abgas-Software eingebaut zu haben. BMW mchte den Kopf aus der Schlinge ziehen, indem sie ein Software-Update machen.

Was kommt auf Dieselfahrer zu?

Ob in allen Stdten und vor allem, in welchem Umfang Dieselfahrverbote auf uns zukommen ist noch unklar. Stuttgart hat schon umgesetzt, Kln und Mnchen noch nicht. Berlin startet ab Juni auf elf ausgewhlten Strecken. Uneins sind die Politiker auch bei Hardware-Nachrstungen. Die Umweltminister befrworten sie, whrend die Bundeskanzlerin und der Verkehrsminister ablehnen. Wer tatschlich fr die Kosten aufkommt, ist strittig. Die Automobilbranche ist bereit, einen Teil der Diesel mit neuer Abgas-Software umzursten. Den Einbau der Hardware hingegen verweigern sie. Wie das Ringen um eine Lsung letztendlich ausgeht, wird sich zeigen. Ob der Dieselfahrer davon profitiert, wird der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden mssen.

BGH strkt Dieselbesitzer

Zunchst sah es nicht danach aus, als ob Dieselbesitzer eine Entschdigung fr die manipulierte Abgasanlage verlangen knnten. Im Februar 2019 allerdings entschied der BGH, dass die unzulssige Abschalteinrichtung ein Sachmangel ist. Das bedeutet, dass Kunden ein Recht auf mangelfreien Ersatz haben. Somit hatte die Sammelklage Erfolg, da jetzt feststeht, dass zumindest VW verpflichtet ist, Schadensersatz zu leisten. Unklar ist noch die Hhe. Eine Orientierung an den USA drfte allerdings wenig erfolgsversprechend sein. Dort erhielten die geschdigten Dieselbesitzer ihren Kaufpreis zurck sowie eine Entschdigung bei Umrstung ihrer Fahrzeuge. Es ist auch nicht zu erwarten, dass der Vorschlag des BGH bei den Autobauern Anklang findet. Demnach sollten sie den manipulierten Diesel gegen einen Neuwagen tauschen. Warten wir ab, was daraus wird.

Bild: https://pixabay.com/images/id-175122/


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